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Der Fluch des Tutanchamun

Der Fluch des Tutanchamun

 

Die Totenmaske des Tutanchamun im Ägyptischen Museum Kairo

 

Er symbolisiert das antike Ägypten wie niemand sonst: Tutanchamun. Dabei regierte der als „Kinder- Pharao“ bekannte Herrscher nur zehn Jahre und gilt heute als eher unbedeutend. Weltbekannt wurde er nicht nur durch die Schätze seines Grabes, welches 1922 wiederentdeckt wurde. Wobei besonders seine goldene Totenmaske Berühmtheit erlangte. Sondern auch durch zahlreiche Spekulationen, die sich um die Ursachen seines frühen Ablebens ranken, denn der junge Pharao starb bereits im Alter von 18 Jahren.

Bis heute sind sich viele Experten über die Todesursache uneinig.

Bob Brier erklärte in seinem Buch Der Mordfall Tutanchamun, dass der Tod durch gewaltsame Einwirkungen von außen eingetreten wäre. Dabei ging er von einer unnatürlichen Todesursache aus. Er belegte dies mit uralten Röntgenaufnahmen, auf der eine Verletzung des Schädels zu sehen ist. Dies war in Ägyptologenkreisen, aber auch unter Medizinern sehr umstritten, doch handelte es sich hierbei um ein Missverständnis: auf der Röntgenaufnahme ist ein abgesplittertes Knochenstück zu sehen, das sich nach dem Tode löste.

Bei einer CT-Untersuchung vom 6. Januar 2005 stellte sich heraus, dass die Todesursache Tutanchamuns kein Schlag auf den Kopf gewesen sein kann, da keinerlei auf diese Art verursachten Verletzungen am Schädel festgestellt werden konnten. Allerdings konnten bei dieser Untersuchung ein bislang unentdeckter Oberschenkelbruch des linken Beines, ein Bruch des linken unteren Oberschenkels, dazu einen Bruch der rechten Kniescheibe und des rechten unteren Beines festgestellt werden.

Diese ergaben jedoch keinerlei Hinweis auf einen Mord. Der Befund legt hingegen nahe, dass die Brüche vor dem Tode Tutanchamuns durch einen Unfall verursacht wurden. Die meisten Ägyptologen gehen zwischenzeitlich von einem Jagd-Unfall aus, der später zum Tode führte.

Der Ägyptologe Zahi Hawass nimmt hingegen inzwischen an, dass er an einer Malariainfektion starb, da er Gen-Abschnitte des Malaria-Parasiten Plasmodium falciparum entdeckt hat.

Dies bezweifeln allerdings Christian Timmann und Christian Meyer, Wissenschaftler am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg und vermuten, dass er an einer Sichelzellenanämie verstorben ist und publizierten überzeugende Indizien für diese Todesursache.

Eben jene Unstimmigkeiten unter den führenden Wissenschaftlern sind es auch, die den Kult um Tutanchamun weiter vorantreiben. Es ist die dunkle, mysteriöse Seite des jungen Pharaos.

Ein weiterer Aspekt seines großen Erfolges ist der Glaube an den „Fluch des Tutanchamun“, der auch „Fluch des Pharao“ genannt wird und der die Ausgräber seiner Grabstätte angeblich heimsucht. Seit der Wiederentdeckung seines Grabes durch Howard Carter im Jahre 1922 hält sich dieser  Glaube in den Köpfen der Menschen fest verankert. Er wird vorwiegend mit Todesfällen in Verbindung gebracht, die sich in den folgenden Jahren nach der Öffnung des Grabes ereigneten.

Angefangen mit dem Tode Lord Carnarvons am 5. April 1923 – knapp 2 Monate nach der „offiziellen“ Graböffnung für Besucher- , in dessen Auftrag Howard Carter arbeitete. Mitte März 1923 schnitt er sich beim Rasieren versehentlich einen Moskitostich auf. Am 21. März fand Carter ihn in Kairo mit einer Blutvergiftung und einer Wundrose vor. Am 26. März kam eine Lungenentzündung hinzu, die laut Totenschein zum Tod des – ohnehin seit langem lungenkranken – Lords führte.

Um 1923 kursierte eine regelrechte Ägyptomanie in Europa und Amerika. Das große Interesse an Übersinnlichem, Okkultem sowie der ägyptischen Religion boten einen guten Nährboden für den Glauben an einen Fluch. So kam schnell das Gerücht in Umlauf, die Mumie des Tutanchamun hätte an der gleichen Stelle im Gesicht eine Wunde aufgewiesen, wie es bei Lord Carnarvons der Fall war.

Hinzu kamen der Unmut und das Unbehagen über die Archäologen, die hier ein Grab öffneten und den Toten offenbar nicht respektierten und das Grab schändeten. Die Menschen machten sich Sorgen darüber, ob die alten Ägypter nicht vielleicht ungeahnte Kräfte besaßen, welche die Toten schützen sollten.

Richtig ins Rollen kam die Geschichte vom „Fluch des Pharao“ durch eine mysteriöse Tontafel, die angeblich bei der Öffnung von Tutanchamuns Grab durch Howard Carter gefunden wurde und auf der ein Fluch gestanden haben soll.

Die Übersetzung der Inschrift der Tafel wurde u. a. Sir Alan Gardiner zugeschrieben. Dieser traf am 2. Januar 1923 in Luxor ein und untersuchte ab dem folgenden Tag die in der Vorkammer gefundenen Texte.

Seine Übersetzung der Inschrift soll gelautet haben:

Death shall come on swift wings to him that toucheth the tomb of the pharaoh.

Übersetzt:

Der Tod wird auf schnellen Schwingen zu demjenigen kommen, der die Ruhe des Pharao stört.

Etwas abweichend wird auch angegeben:

Der Tod soll den mit seinen Schwingen erschlagen, der die Ruhe des Pharao stört.

Danach sei die Tontafel verschwunden und niemand habe sie je wieder gesehen,  was mitunter ein Grund ist, weshalb die archäologische Wissenschaft die Tontafel für eine reine Erfindung hält.

Auch Howard Carters Aufzeichnungen enthalten keinerlei Notizen zu einem derartigen Fund.

Der deutsche Autor Philipp Vandenberg schreibt hierzu ohne Quellenangaben, die Tontafel sei aus Rücksicht auf den Aberglauben der einheimischen Arbeiter aus den Protokollen der Grabung gestrichen worden und seitdem verschollen. Der Fluch tauche zudem ein weiteres Mal in abgewandelter Form auf der Rückseite einer magischen Figur in der Hauptkammer auf:

Ich bin es, der den Grabräuber zurückweist mit der Flamme der Wüste. Ich bin es, der das Grab des Tut-ench-Amun schützt.

Die Wortwahl und Formulierung ist in diesem Fall im Vergleich zu anderen ägyptischen Texten, die als Grabflüche anzusehen sind, untypisch und deshalb eher unägyptisch. Das hier gezeichnete Bild des „Todes mit Schwingen“ wäre mit dieser Tontafel zum ersten Mal belegt.

Die Tontafel ist das bekannteste Objekt, auf der der Fluch gestanden haben soll. Weiteren zeitgenössischen Berichten zufolge befand sich die Fluchinschrift jedoch auch auf anderen Gegenständen.

Anubis-Figur aus der Schatzkammer des Grabes

Diese Ansammlung an Geschehnissen sorgte für Unruhen in der Bevölkerung. Der Fluch des Pharao beherrschte nach den Ereignissen nach der Graböffnung und Lord Carnarvons Tod die weltweite Presse, wobei die Berichterstattung durch das Verdrehen von Tatsachen und hinzufügen eigener Fantasien aufgebauscht wurde. Das löste eine regelrechte Hysterie aus. Obwohl kein Grund zur allgemeinen Beunruhigung bestand, trafen im Britischen Museum danach viele Pakete mit ägyptischen Antiquitäten ein. Eine Vielzahl der Absender äußerte, Carnarvon sei sicher vom Geist Tutanchamuns getötet worden. Obwohl ein Sprecher des Museums verkündete, dass diese Ängste völlig unbegründet seien, erhielt die ägyptische Abteilung des Museums weiterhin ägyptische Artefakte, sowie Hände und Füße von Mumien.

Heutzutage wissen wir, dass Lord Carnarvon wohl am Aspergillus flavus gestorben ist. Einem Pilz, der wegen seiner lebensgefährlichen Wirkung von den alten Ägyptern zum Schutz des Grabes in dieses gebracht wurde. Der Theorie zufolge sollen die Pilze der Aspergillus-Gruppe, die nicht nur im Grab Tutanchamuns nachgewiesen worden waren, für alle Krankheits- und Todesfälle der verschiedenen Epochen im Zusammenhang mit weltweiten Graböffnungen verantwortlich sein.

2001 veröffentlichte der deutsche Kriminalbiologe Mark Benecke in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung ohne Angaben von Quellen, dass die vermeintlich vom Fluch betroffenen Personen mit durchschnittlich 73 Jahren verstorben seien, während die durchschnittliche Lebenserwartung damals bei 70 Jahren gelegen haben soll. Ihm zufolge „wirkte“ der Grabbesuch mithin eher „lebensverlängernd“.

Howard Carter starb 1939 im Alter von 64 Jahren; Harry Burton, der Fotograf, starb 1940 im Alter von 60 Jahren; Lady Evelyn, Lord Carnarvons Tochter, die das Grab als eine der ersten betreten hatte und auch der Öffnung der Grabkammer beiwohnte, starb 1980 im Alter von 79 Jahren. Anderen Mitgliedern des Ausgrabungs-Teams war ebenfalls ein langes Leben beschieden: Percy E. Newberry, ein Freund von Carter und dessen Mentor, starb 1949 im Alter von 80 Jahren; Sir Alan Gardiner, der die Grabinschriften studierte, starb 1963 im Alter von 84 Jahren.

Trotz zahlloser Nachweise für natürliche Erklärungen der Ereignisse und Todesfälle und richtiger Darstellungen der Umstände werden auch heute noch Anspielungen auf den Fluch des Pharao gemacht. Ein Beispiel für den menschlichen Geist, der tief in seinem Inneren an das Übernatürliche glauben möchte. Zumindest solange, bis alle Ungereimtheiten beseitigt wurden. Die Chancen stehen also gut, dass die Legende um den „Kinder-Pharao“ Tutanchamun auch noch den nächsten Generationen erhalten bleibt.

Es wäre ja auch irgendwie schade, wenn es keine Fragen mehr gäbe, die es zu beantworten gilt.

 

Bildquellen:  http://de.wikipedia.org/wiki/Tutanchamun

                          http://de.wikipedia.org/wiki/Fluch_des_Pharao

Textquellen: National Geographic

                     http://de.wikipedia.org/wiki/Tutanchamun

                     http://de.wikipedia.org/wiki/Fluch_des_Pharao

28.6.12 16:00
 


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